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  • Franz Coester

Sommer in der Ägäis



Ägäis - Kykladen, Dodekanesen - ein seglerisches Traumrevier. Vor allem im Sommer, wenn vielerorts im Mittelmeer eher Flaute herrscht, bietet die Ägäis mit häufigem Meltemi traumhafte und oft auch mal sehr sportliche Segelbedingungen. Nach der Ankunft in Lavrion ist unsere Ferienwoche ausgefüllt mit Reparaturarbeiten. Über den Blitzschlag haben wir ja schon früher berichtet, die Nachwehen beschäftigen uns aber noch über den ganzen Sommer. Erst Mitte August können wir die letzten Punkte erledigen, die Heizung wird mangels Ersatzteilen kurzerhand komplett ersetzt. Unser Freund Michael, der hier eine Firma für Yachtunterhalt betreibt, war wirklich Gold wert. Ohne ihn hätten wir all die Reparaturen kaum in dieser kurzen Zeit geschafft. Und schliesslich regelt die Versicherung den Gesamtschaden kulant und unkompliziert.

Nach anfänglicher Gewitterlage bessert das Wetter schon bald und endlich wird es Sommer. Und schliesslich erreicht die Wassertemperatur die Hemmschwelle des Skippers, der endlich die überflüssigen Reserven des Winters loswerden will. Regelmässiges Schwimmen ist nun angesagt.

Zwei Ferientörns ab Lavrion mit sehr angenehmen Crews führen uns auf die Kykladeninseln der näheren Umgebung. Eduard, Hansjörg, Markus, Claudia, Ruedi, Manuela, Erich und Gabriela sind unsere Gäste. Kea, Kithnos, Serifos, Siros und Andros, einiges kennt der Skipper schon vom Vorjahr, aber in jeder Woche gibt es auch wieder Neues zu entdecken. Die Skipperin überzeugt mit ihrem Wunsch, Häfen anzulaufen und die Inseln auch von der Landseite kennen zu lernen. Und der Skipper muss einsehen, dass dieser Wunsch durchaus mehrheitsfähig ist. Es ist aber auch traumhaft. Die kleinen Häfen sind malerisch und unkompliziert, die Hafengebühren im Vergleich zu den Balearen vernachlässigbar. Überall finden wir wunderbare Tavernen mit authentischer Küche, die Crews sind dankbar, sich zwischendurch mal die Beine vertreten zu können.

Dann verlassen wir Lavrion und segeln mit Anne, Christel und Fredy Richtung Kos. Zuerst geht es nach Süden, wo wir auf Milos Halt machen. Das Skipperpaar besucht die Chora, geniesst die ruhigen Gassen und den atemberaubenden Blick über die Kraterbucht. Wie Santorini ist auch Milos ein ehemaliger Vulkan von fast unvorstellbaren Ausmassen. Tags darauf, immer noch Milos, ankern wir in der Bucht von Kleftiko. Die Entdeckung des Sommers! Hohe Kalkfelsen, verschiedene Buchten, teilweise verbunden mit Höhlen, die wir mit dem Dinghy durchfahren können, klares Wasser und dem Hafenhandbuch keiner Erwähnung wert. Die zahlreichen Ausflugsboote stören uns kaum, am Abend sind sowieso alle verschwunden und nur eine Handvoll Boote bleibt über Nacht. Charterboote sieht man hier nur wenige, Milos ist zu weit von den grossen Charterbasen entfernt.

Weiter geht es über Folegandros und Ios, die wir beide motorisiert erkunden, nach Thira. Besser ist die Insel bekannt unter dem italienischen Namen Santorini, unseren Besuch hier haben wir bereits in einem früheren Beitrag beschrieben. Inzwischen haben wir unseren Törnplan für das kommende Jahr veröffentlicht und Thira in den Törnplan aufgenommen. Amorgos, unser nächstes Etappenziel, erkunden wir auch wieder motorisiert, mit Yialis finden wir einen traumhaften Hafenort mit obligater Windmühle und gemütlichen Tavernen wo wir einmal mehr die griechische Küche in vollen Zügen geniessen. Mit weiteren Zwischenstopps auf Levita und Kalymnos erreichen wir schliesslich Kos. Leider waren die Windverhältnisse auf diesem Törn wenig berauschend, wir wurden aber anderweitig bestens entschädigt!

Von Kos aus sind wieder zwei Wochentörns auf dem Programm, mit Marcel und Marlies (M&Ms), Andreas, Sabine, Barbara, Thierry und Kathrin segeln wir nach Pserimos, Kalymnos, Levita, Leros, Lipsi und Patmos. Auf Lipsi erleben wir, was passiert, wenn ein 100 Tonnen Schiff bei 30 Knoten Seitenwind ein Anlegemanöver fährt, und der Anker nicht hält. Nicht lustig! Pures Hafenspektakel, da geht nur schon beim Zuschauen der Puls in die Höhe. Fliegende Gischt auf der Hafenmole. Ja, über mangelnden Wind können wir uns jetzt nicht beklagen, wir segeln sportliche Schläge und finden immer wieder gut geschützte Ankerbuchten. Die Hafenmanöver sind bei diesen Verhältnissen sehr anspruchsvoll.

Dann haben wir endlich wieder einmal eine Woche für uns. Die Skipperin hat Geburtstag, ein Besuch von Mykonos steht auf dem Programm, dort wartet eine Freundin auf das Geburtstagskind. Aber zuerst müssen wir da hin. Es geht also hart am Wind von Kos nach Amorgos, eine anstrengende Fahrt, die erst um drei Uhr morgens zu Ende geht. Dann bei guten Verhältnissen weiter nach Koufonisi, wo unser Bekannter Frank mit seiner Oyster ankert und uns zum Essen auf dieser Megayacht begrüsst. Was für ein Schiff, über 90 Fuss lang und mit allem ausgestattet, was das Herz begehrt oder begehren könnte. Eine andere Welt. Tags darauf bei Flaute unter Motor nach Mykonos, das wir noch vor Einsetzen des starken Meltemi erreichen. Hier bleiben wir einen Tag, die Skipperin kann Zeit mit ihrer Freundin verbringen und der Skipper hütet das Schiff bei 35 Knoten Wind am Ankerplatz. Mykonos ist wirklich wunderschön, aber um diese Jahreszeit hat es einfach zu viele Muggels. Wir kommen sicher wieder, aber nicht mehr in der Hochsaison. Nach weiteren drei Tagen, immer noch mit starkem Wind erreichen wir wieder Lavrion, wo der Skipper umgehend in den Bastelmodus verfällt und diverse Reparaturen ausführt.

In den darauf folgenden Wochen sind wir wieder von Lavrion aus unterwegs. Mit Diego, Sohn der Skipperin, Celia, Manuel und Sandra. Dann mit unseren Stammgästen Perry und Angelika, die dieses Mal ihre Töchter Patrizia und Romina mitbringt. Perry ist nie um einen guten Spruch verlegen, wir haben viel zu lachen. Und schliesslich mit Roland, auch schon zum zweiten Mal dabei, mit seiner Frau Valesca sowie Roberto mit Carmen. Roland und Roberto haben mit dem Skipper die Schulbank gedrückt, schön, dass man sich nach so vielen Jahren immer noch und immer wieder sieht. Wir weichen dem Meltemi aus und fahren nach Poros und Aigina. Zwischendrin aber auch Starkwindsegeln um Kea und Kithnos.


Der Sommer in Griechenland ist schon fast zu Ende. Wir bleiben nochmals eine Woche in Lavrion, um die letzten Reparaturen zu erledigen. Mit einem gemeinsamen Nachtessen mit Michael, seiner Freunden Magda und seiner Belegschaft bedanken wir uns für die umfangreiche Hilfe über die vergangenen drei Monate. Und dann heisst es Abschied nehmen, wir wollen in die Karibik und müssen vorher das Schiff nochmals aus dem Wasser nehmen.

Aber wir kommen zurück, spätestens Ende Juni 2018 sind wir wieder hier.


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